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Fibroadenome sind gutartige Veränderungen der weiblichen Brust und kommen relativ häufig vor. Die Diagnose ist erst einmal kein Grund zur Sorge. Dennoch haben Frauen viele Fragen rund um die gutartigen Knoten. Dr. Hans-Christian Kolberg, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Marienhospital Bottrop, gibt hier Antworten auf Fragen, die beschäftigen.

 

Macht ein Fibroadenom Beschwerden?

Viele Fibroadenome machen gar keine Beschwerden. Einige Frauen allerdings empfinden einen deutlichen Schmerz vor oder während der Periode, manche auch unabhängig vom Zyklus. Manche dieser Knoten neigen dazu, schnell zu wachsen und können dann das umliegende Gewebe verdrängen. Insbesondere bei jüngeren Frauen – vor allem im Rahmen einer Schwangerschaft – wachsen Fibroadenome manchmal rasch. Größere Knoten können die Brust verformen und daher kosmetisch entstellen. Das ist oftmals belastend und auch beunruhigend für Frauen.

Heute gibt Dr. Kolberg Antwort auf die Frage: Wie stellt der Arzt bei einem Fibroadenom eine sichere Diagnose?

Viele Frauen ertasten den Knoten selbst und kommen dann in die Praxis.
Der Frauenarzt stellt zunächst einmal eine vorläufige Diagnose. Dazu schaut er sich die Brust genau an und tastet dann Brust und Achselhöhlen ab. Danach folgt eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie), eventuell auch eine Röntgenuntersuchung der Brust (Mammographie). Bei einer verdächtigen Veränderung rate ich zur Stanzbiopsie (Gewebeprobe). Nur so kann man mit Sicherheit sagen, dass es sich um einen gutartigen Knoten handelt.

Dr. Kolberg, können Fibroadenome bösartig werden?

Wenn der Arzt eine Gewebeprobe entnommen hat und sicher ist, dass es sich um ein Fibroadenom handelt, können Sie beruhigt sein. Das Risiko, dass Fibroadenome bösartig werden, ist nicht höher, als das Entartungsrisiko bei normalem Brustdrüsengewebe. Sie erhöhen auch nicht das Brustkrebsrisiko. Aus Angst vor Brustkrebs muss man den Knoten daher nicht entfernen lassen. Aber alle Patientinnen mit diagnostiziertem Fibraodenom sollten regelmäßig zu den Kontrolluntersuchungen gehen.

Kann ich trotz Fibroadenom die Pille als Verhütungsmittel nehmen?

Ja. Das Wachstum der Fibroadenome ist zwar hormonabhängig, d. h. vor allem in Lebensabschnitten mit hohem Östrogenspiegel können sich Fibroadenome bilden. Die relativ geringen Hormondosen einer Pille allerdings haben in der Regel keinen Einfluss auf das Wachstum von Fibroadenomen.

Muss jedes Fibroadenom gleich entfernt werden?

Nein. Die meisten Fibraodenome verursachen keine Beschwerden. Regelmäßige Kontrollen genügen, wenn sicher ist, dass es sich um ein Fibroadenom handelt. Gründe für eine Behandlung von Fibroadenomen wären eine Entstellung der Brust, Schmerzen oder ein so rasches Wachstum, dass Beschwerden bald zu erwarten ist. Selbstverständlich ist auch der Wunsch der Patientin, den Knoten entfernen zu lassen, weil er sie beunruhigt, ein Grund für eine Behandlung. Neben der Operation und der Vakuumbiopsie, die allerdings nur in ausgewählten Fällen in Frage kommt, steht mit der Echotherapie eine schonende Therapiemöglichkeit zur Verfügung.

Dr. Kolberg erklärt heute, welche Therapiemöglichkeiten es bei Fibroadenomen gibt?

Die Behandlung ist individuell und richtet sich nach Größe, Lage und Wachstums-geschwindigkeit, Alter und psychischem Druck der Patientin. Kleinere Knoten lassen sich manchmal mit einer Vakuumbiopsie in örtlicher Betäubung entfernen. Größere Fibroadenome werden in der Regel chirurgisch entfernt. Bei der Therapieentscheidung fließen immer auch kosmetische Gesichtspunkte ein. Ein Fibroadenom kann die Brust beispielsweise verformen, sodass die Entfernung aus kosmetischen Gründen erwünscht ist. Gleichzeitig kann sich aber die Brustform nach der OP etwas verändern. Das ist zwar bei Fibroadenomen aufgrund ihres verdrängenden Wachstums selten der Fall aber möglich. Bei vielen Patientinnen, die Fibroadenome haben, kommen auch nach Entfernung neue Fibroadenome. Die dann eventuell wieder eine OP notwendig machen. Eine relativ neue schonende Alternative zur Operation ist die Echotherapie in örtlicher Betäubung, bei der die Fibroadenome mit fokussiertem Ultraschall erwärmt und so zerstört werden.

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Dr. Kolberg, aus Ihrer Praxiserfahrung, wer profitiert von der Echotherapie?

Wir setzen die Echotherapie schon seit über zwei Jahren ein. Immer mehr Frauen bevorzugen diese Methode als Alternative zur Operation, vor allem jüngere Patientinnen mit Kinderwunsch. Es bleiben keine Narben zurück, auch nicht im Inneren der Brustdrüse, was später das Stillen nicht beeinträchtigt. Manche Patientinnen haben mehrere Fibroadenome oder es wachsen durch die genetische Veranlagung oft an anderen Stellen neue Fibroadenome. Dies würde regelmäßige operative Eingriffe und unschöne Narben nach sich ziehen. Für diese Frauen ist die Echotherapie ideal. Die Erfolge sind vielversprechend: Durchschnittlich wird das Volumen der Knoten in den ersten sechs Monaten um etwa 50 – 60 Prozent, innerhalb eines Jahres um etwa 75 Prozent reduziert.

Was kann man selbst tun zur Vorsorge?

Um Veränderungen früh zu entdecken, sollten alle Frauen ihre Brüste einmal im Monat selbst abtasten. Idealer Zeitpunkt ist am letzten Tag der Periode, denn da ist das Gewebe besonders weich. Wer das regelmäßig macht, entwickelt mit der Zeit ein gutes Gespür für Gewebeveränderungen. Zudem rate ich Frauen dazu, regelmäßig zur Früherkennung zu ihrem Frauenarzt zu gehen.
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